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Zusammenarbeit AUB-PIC

PIC Deutschland GmbH  pic

Agrarunternehmen Barnstädt und PIC bauen Zusammenarbeit aus

Was verstehen Sie unter einem Agrar-Unternehmen?

AGRAR Unternehmen Barnstädt

AGRAR steht für Landwirtschaft, und beim Agrar-Unternehmen Barnstädt mit Sitz in Nemsdorf-Göhrendorf, steht AGRAR für vielseitige Landwirtschaft. Da ist zum einen das wichtigste Standbein, die Pflanzenproduktion mit den „üblichen“ Ackerfrüchten Weizen, Gerste, Raps, Mais, Zuckerrüben. Aber auch Hopfen wird angebaut und 1,5 ha Weinbau gehören ebenfalls dazu. Zum anderen die Tierproduktion mit dem Milchvieh, den Mastbullen und der Mutterkuhhaltung. Und zu einem vielseitigen Landwirtschafts- – Pardon – Agrarbetrieb gehören natürlich auch Schweine. Mit dem Anspruch der nachhaltigen Produktion funktioniert hier alles – von der Jungsauenaufzucht über die Sauenhaltung bis hin zur Aufzucht der Ferkel und der Mast – unter der Regie des Barnstädter Agrar-Unternehmens.

Agrar UNTERNEHMEN Barnstädt

Agrar und Unternehmen? Für viele passt das nicht zusammen

Laut Wikipedia ist ein Unternehmen „eine wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit, die mit Hilfe von Planungs- und Entscheidungsinstrumenten Markt- und Kapitalrisiken eingeht und sich zur Verfolgung des Unternehmenszweckes und der Unternehmensziele eines oder mehrerer Betriebe bedient.“

Diese Beschreibung trifft voll und ganz auf das Agrarunternehmen Barnstädt zu – und sicherlich auf viele andere landwirtschaftliche Unternehmen. Denn Globalisierung, Klimawandel und die stetig wachsenden Ansprüche der Verbraucher haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten Entwicklungen in Gang gesetzt, die die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Das Agrarunternehmen Barnstädt hat sich dieser Herausforderungen angenommen, als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit modernen, umweltgerechten Produktionsmethoden, artgerechter Tierhaltung und aktiver Landschaftspflege als Eckpfeiler einer zeitgemäßen Landwirtschaft.

Auch wenn inzwischen rund 6.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche das Bodenkapital bilden und rund 50.000 Tiere betreut werden, ist man sich der Verantwortung für die Menschen, Tiere und die Kulturlandschaft der Region bewusst und respektiert diese bzw. bezieht sie in die Weiterentwicklung des Unternehmens mit ein. Hierzu gehört auch die Verantwortung für die „nachwachsenden menschlichen Rohstoffe“, denn das Unternehmen bildet seit Jahren junge Menschen erfolgreich zu Landwirten, Tierwirten in der Rinder- bzw. Schweinehaltung oder auch Mechaniker für Land- und Baumaschinen aus.

Als eG ist das Unternehmen mit seinen 25 Jahren noch recht jung, doch blickt es auf eine interessante Geschichte zurück, denn die Anfänge reichen zurück bis in die frühen 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts

Konsequenz sichert hohen Gesundheitsstatus

Auch die Beziehungen zwischen dem Agrarunternehmen Barnstädt und der PIC Deutschland GmbH dauern mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert an. Anfang der ’90er Jahre (des vergangenen Jahrhunderts) startete die Ferkelproduktion mit PIC-Genetik. Immer im geschlossenen System, also mit eigener Produktion des Jungsauen-Nachersatzes. Von 1996 bis 2004 auch als Jungsauen-Vermehrung für die PIC mit der Sauenanlage in Nemsdorf (700 Sauen). Vor neun Jahren entschloss sich die Unternehmensleitung die Schweineproduktion gesundheitlich zu sanieren. Seitdem konnte der hohe Gesundheitsstatus gehalten werden. Und hoher Gesundheitsstatus heißt hier nicht nur PRRS- und Mycoplasmen-frei, sondern auch unverdächtig auf APP, Rhinitis und Dysenterie sowie Salmonellen-kontrolliert in QS-Kategorie I. Ein Erfolg, auf den nicht nur Ralf Hägele, Vorsitzender der Genossenschaft, stolz ist, sondern insbesondere Vorstandsmitglied Dr. Jens Kluge, ist er doch hauptverantwortlich für diesen Betriebszweig.

Konsequenz in allen Bereichen, das zeichnet die Organisation der Schweineproduktion aus. Ein Credo, das Dr. Kluge nicht alleine propagiert. Jeder Mitarbeiter, den man im Stall trifft, hat dies verinnerlicht. Dies bestätigten die Gespräche auf dem Stallgang, wo mit Selbstverständlichkeit die Arbeitsabläufe, hygienischen Abläufe, Bereichstrennungen, Kleiderwechsel etc. erläutert werden.

Zum konsequenten Hygiene-Konzept gehört zum Beispiel auch, dass der Transport der Schweine komplett in der eigenen Hand liegt. Seit 2007 hat kein fremdes Fahrzeug – außer nach den PIC-Biosecurity-Richtlinien kontrollierte PIC-Fahrzeuge – einen der Betriebe angefahren. Und auch PIC-Fahrzeugen wird die Zufahrt nur an Montagen gewährt, in der Regel wird übergeladen.

Führt man sich den Umfang der Schweineproduktion mit den verschiedenen Standorten vor Augen, mag jeder ermessen, dass die Koordination von inzwischen 3.700 Sauen und rund 45.000 Aufzucht- bzw. Mastplätzen auf zwölf Standorten eine nicht zu vernachlässigende Herausforderung darstellt. Andererseits hat die Verteilung der Produktion auf die verschiedenen Standorte den positiven Effekt größerer Produktionssicherheit durch Unterbrechung von möglichen Infektketten. Und nicht zu vergessen, die bessere Integration in das ländliche Umfeld und Unterstützung der Strukturen im gesamten Einzugsgebiet des Agrarunternehmens.

PIC-Jungsauenvermehrung – Neu am Standort Niedertrebra

Vor dem Hintergrund der langen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Agrarunternehmen Barnstädt und der PIC war es sozusagen gegeben, dass die Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit diskutiert wurden, als es darum ging den neu erworbenen Standort in Niedertrebra – die Läuferproduktion der Agrargenossenschaft „Ilmtal“ – zu bestücken und in den Produktionsverbund zu integrieren.

Niedertrebra liegt im Nordosten des Landkreises Weimarer Land im Tal der Ilm in Thüringen, ungefähr auf halber Strecke zwischen Bad Sulza und Apolda.

Ende Mai ist es nun soweit, die ersten Ferkel werden in Niedertrebra geboren. Doch zuvor war einiges umzubauen, zu reinigen und zu desinfizieren, anzupassen und neu zu organisieren.

Los ging es nachdem im Oktober vergangenen Jahres die gesamte Anlage leer war mit dem Bereich für die tragenden Sauen, denn hier sollten die ersten Jungsauen eingestallt werden. Um den Umbauarbeiten mehr Zeit zu geben, erfolgen die Belegungen der Jungsauen für die Neubestückung in der Mastanlage in Asendorf, die für diesen Zeitraum als Belegebetrieb fungiert. Wer sich mit Besamungsmanagement und insbesondere Jungsauenmanagement auskennt, weiß um die Herausforderungen. Trächtigkeitsraten von 95 % und mehr (positiver Ultraschall-Scan) sind allerdings ein deutlicher Beweis für die Kompetenz und das Geschick von Thomas Labudda, der diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hat. Eigentlich ist er der Verantwortliche für den Jungsauen-Belegebetrieb, der die übrigen Sauenbetriebe mit belegten Jungsauen versorgt, und trägt nun seit Ende Januar seinen Teil für einen guten Start des neuen Vermehrungsbetriebs bei.

Genetische Grundlage aus PIC’S Nukleus Podelzig

In insgesamt drei Lieferungen werden 1.471 L03-Jungsauen aus PIC’s Nukleusbetrieb Podelzig in Brandenburg über den Belegebetrieb in Asendorf nach Thüringen geliefert und bilden die genetisch hochwertige und hoch gesunde Basis für die erfolgreiche Camborough®-Vermehrung am Standort Niedertrebra. Ist die Bestückung beendet, wird der Betrieb im geschlossenen System arbeiten und den Jungsauen-Nachersatz selbst produzieren. D.h. das genetische „Update“ kommt über Sperma von PIC’s langjährigen Partner im KB-Bereich, der GFS. L03-Sperma für die Produktion von Reinzucht-Jungsauen und L02-Sperma für die Camborough-Produktion. Um zu gewährleisten, dass stets die „richtigen“ – also genetisch hochwertigsten – Eber eingesetzt werden, bedarf es einer exakten Datenerfassung und –auswertung. Das kennt man in den Barnstädter Betrieben bereits, werden doch auch die übrigen Betriebe schon seit Jahren datentechnisch vom den PigDatenDienst in Polkenberg betreut und in PIC’s globaler Datenbank PIC®Traq geführt. Auf dieser Grundlage können die wöchentlichen Genetischen Reports erstellt und Belegelisten zur Verfügung gestellt werden. Monatlich erhalten darüber hinaus alle Zuchtbetriebe vom zuständigen Mitarbeiter des Genetic Service Teams die Auswertung der Entwicklung der wichtigsten genetischen Kennzahlen, damit rechtzeitig Anpassungen vorgenommen werden können.

Erste Abferkelungen Ende Mai

Die Rechnung ist einfach: Drei Monate drei Wochen und drei Tage nach der ersten Belegung werden die ersten Würfe da sein. Das Datum hat sich hier jeder gemerkt, in der 20. Kalenderwoche wird es soweit sein. Dann werden nach und nach die Abferkelabteile bezogen, insgesamt 300 Plätze in fünf Abteilen, ausgelegt für vier Wochen Säugezeit. Ende April wurde hier noch kräftig geschraubt. Aber auch dies stets unter Beachtung der hohen Hygienestandards, denn die Monteure, die sich um die Abferkelabteile kümmern, betreten gar nicht erst den Stall. Alles wird direkt von außen erledigt, denn die Abteiltüren zum Zentralgang sind fest verriegelt, mit Bauschaum verschäumt und mit einem Querriegel zusätzlich gesichert, so dass keine Gelegenheit oder Versuchung besteht, den inneren Teil mit der bereits laufenden Produktion zu betreten.

In den Bereich der Abferkelabteile gelangen die Sauen durch einen Durchschlupf in einer Trennwand im Zentralgang nachdem sie die Sauendusche passiert haben, die Mitarbeiter gehen durch eine Schleuse, wo sie die Kleidung wechseln.

Jeder Bereich wird von unterschiedlichen Mitarbeitern betreut werden, Gerätschaften und Kleidung sind eindeutig über die Farben zuzuordnen. Im Zentralgang trennen Querwände die einzelnen Bereiche voneinander. Ein weiteres Detail, das dazu beitragen soll, den Gesundheitsstatus zu erhalten.

Nach dem Belegen bald in die Gruppe

Nach dem Absetzen werden die Sauen in den Belegebereich umgestallt. Hier sind zweimal 70 Kastenstände – z.T. in „Magdeburger“ Breite – für die abgesetzten bzw. frisch belegten Sauen sowie Gruppenbuchten für sieben bzw. zehn Jung-/Altsauen installiert. In die Gruppenbuchten sollen die Sauen neun Tage nach dem Absetzen umgestallt werden. Weiter in den Wartestall geht’s dann nach erfolgreicher Trächtigkeitskontrolle.

Die Ferkel ziehen nach dem Absetzen um in die Ferkelaufzucht, 4.600 Plätze stehen zur Verfügung. Auf dem Weg dorthin geht’s über eine im Zentralgang integrierte Waage, so dass die Absetzgewichte dokumentiert werden können.

PIC-Jungsauen-Aufzucht – Neu am Standort Hermstedt

Die weitere Aufzucht aller Läufer ab ca. 30 kg, sowohl der weiblichen als auch der Kastrate, erfolgt dann im ca. 20 km entfernten Hermstedt. Hier stehen 12.500 Plätze mit Flüssigfütterung zur Verfügung. Nach Räumung dieser Mastanlage im April und gründlicher Reinigung und Desinfektion bis in den letzten Winkel werden Ende Juli die ersten Läufer eingestallt. Zusätzlich müssen noch die entsprechenden Möglichkeiten für die Jungsauen-Selektion geschaffen und die Mitarbeiter entsprechend in Tierbeurteilung und Datenerfassung geschult werden.

Und ab November 2016 wird es dann für die ersten PIC-Kunden heißen: „Ihre neuen PIC-Jungsauen kommen aus der Pyramide Niedertrebra-Hermstedt.“